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SoloLeben Einsam sterben oder gemeinsam leben?

 


Bild:dran

Für Astrid Eichler lautet die Antwort: Gemeinsam leben. Deshalb hat sie das Single-Netzwerk „Es muss was Anderes geben.“ gegründet. Und gibt hier Einblick in ihre ersten Erfahrungen bei der Suche nach Lebensperspektiven für Singles.

Mit anderen zusammen in einer Wohnung – das kann ich mir nicht vorstellen.“ – „Nein, ich brauche meinen Rückzugsraum.“ – „Ein eigenes Bad ist das Mindeste, was ich brauche.“ So oder ähnlich klingen viele Aussagen, die ich in den letzten drei Jahren gehört habe. Da ist zum einen eine große Sehnsucht, nicht länger allein zu sein. Immer mehr entdecken: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei“ – diese Aussage gilt auch für Singles. Aber da ist auch ganz viel Angst. Bei Werkstatt-Tagen „Gemeinschaftliches Leben“ sammelten wir am ersten Abend, was uns an Gemeinschaft begeistert und wovor wir Angst haben. Die Liste der Begeisterung war schön. Die Liste der Ängste war länger. „Verliere ich mich nicht in der Gemeinschaft?“ – „Ich habe Angst vor dem Verlust der Individualität.“ – „Was tun, wenn jemand dominant ist? Wie Grenzen setzen?“ – „Wie gehen wir mit Distanz und Nähe um?“ Wichtige Fragen, bedrängende Fragen – für viele Grund genug, lieber auf Abstand zu bleiben. Viele Singles wünschen sich Gemeinschaft. Aber viele haben auch viel Angst davor.

Gemeinschaft = gemeinsames Wohnen?

Wenn wir an Gemeinschaft denken, denken wir sehr oft an gemeinsames Wohnen. Ganz sicher ist das eine Lebensform, dessen Vorzüge es zu entdecken gilt. Aber gerade dann, wenn wir merken, dass uns da Ängste anschleichen, kann es hilfreich und gut sein, andere gemeinschaftliche Lebensformen in den Blick zu nehmen und auszuprobieren, erste Schritte zu tun. Single-Frauen in Süddeutschland haben eine Idee entwickelt und setzen diese seit einigen Jahren um: „Jour fixe“ – dabei gibt es sechs „feste Tage“ im Jahr. Die Frauen, die bis zu 150 Kilometer auseinander wohnen, geben diesem Termin absoluten Vorrang. Ihre Treffen haben feste Bestandteile. Der wichtigste ist der persönliche Austausch. Jede von ihnen hat 20 Minuten Redezeit. Das bremst die Vielrednerinnen, das lockt die Stillen heraus. Übereinstimmend beschreiben sie den Gewinn: „Ich bin dadurch gezwungen, mich selbst, mein Leben bewusst wahrzunehmen und zu reflektieren.“ Gemeinschaft kann beginnen über Entfernungen hinweg. Hier kann ich anfangen, mich auf andere einzulassen, anderen Anteil geben und mich einüben, Anteil am Leben anderer zu nehmen.

Quelle:joyce

Labels: wohnen, Single, emwAg, Single-Netzwerk


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