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Trauer Herr, dein Wille geschehe!?

 


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una.knipsolina/photocase.de

Ein schweres Gebet, wenn man erleben muss, wie das eigene Kind stirbt. Überhaupt fällt Lucrezia Sassi-Wössner das Beten schwer, denn sie quält die Frage: Wie kann Gott das zulassen?

Schwanger! Ich starre auf den Test und kann es nicht fassen. Ich bin tatsächlich schwanger! Diese zwei kleinen blauen Streifen lassen sich nicht wegschütteln und wegdenken schon gar nicht. Am Morgen war mir nach Kakao und Fischbrötchen und der Test bestätigt den leisen Verdacht.
Na prima, denke ich, gerade mal ein halbes Jahr verheiratet und schon schwanger! Alles um mich herum freut sich, nur ich habe Zweifel: Bin ich mit 26 Jahren schon bereit für ein Kind? Kann ich eine gute Mutter sein? Sind wir denn schon bereit Eltern zu werden? Na ja, vielleicht erledigt sich das Ganze ja von allein!
Tut es nicht, Jonas bahnt sich seinen Weg und kommt neun Monate später als ziemlich süßer Wonneproppen auf die Welt. Alles scheint normal, Jonas wächst und gedeiht und wir sind mit all dem normalen Jungelternwahnsinn wie durchwachten Nächten und Stillschwierigkeiten überglücklich. Dass Jonas nach dem Abstillen quittengelb wird und immer wieder erbricht, kommentiert die Hebamme mit einem „Das gibt sich, lass dir und dem Kind Zeit“.
Es gibt sich leider nicht und ein wenig später bricht über uns die Katastrophe herein. Jonas leidet, wie sich herausstellt, an einer Gallengangsverengung, eine seltene Erkrankung, in welcher der normale Abfluss der Gallenflüssigkeit gestört ist und die Leber sich krankhaft verändert.

Transplantation oder Sterben in Würde?

Alle Maßnahmen im Kinderklinikum, von allen möglichen Untersuchungen bis zur OP, bringen nichts. Zum Schluss stehen wir vor der Entscheidung: Lebertransplantation oder für Jonas ein Sterben in Würde. Alexander, mein Mann, hat in seiner damaligen Arbeitsstelle die Möglichkeit, beide Optionen mit einem seiner Chefs abzuwägen. Dieser, ein Pharmazeut, der lange Jahre an Medikamenten gegen eine Abstoßungsreaktion transplantierter Organe forschte, sagt uns ganz klar: Wenn das Kind nicht an den Folgen der Transplantations- OP stirbt, so stirbt es spätestens an den Folgen der Medikamente gegen die Abstoßung des neuen Organs. Sehr schweren Herzens und nach viel Gebet und Abwägen entscheiden wir uns, Jonas dies alles zu ersparen und ihm ein paar letzte Lebensmonate mit viel Liebe und ein Sterben in Würde zu ermöglichen. Es ist für uns eine der schwersten Entscheidungen.
Jonas stirbt ein paarMonate später im Kreis der Familie, umringt von uns, den Großeltern, Schwager, Schwägerin, Nichte und Neffe geht er hinüber zum Herrn.

Quelle:joyce

Labels: Tod, Trauer, Kind, Verlust


Kommentare zu diesem Eintrag: (9 insgesamt)

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    jakob.friesen hat vor 192 Tagen (um 09:53 Uhr) geschrieben:

    RE: Trauer: Herr, dein Wille geschehe!?

    Ich finde es sehr hart was diese Familie durchgemacht hat, aber ich bewundere das festhalten an Gottes Liebe. Wie sie Schreibt es gibt keine Alternative. Ich kann es bestätigen, es gibt sie nicht. Bin auch durch Tiefen gegangen und gehe zum teil noch durch und spüre trotz vieler Fragen an Gott, wie Er mich immer wieder durträgt. Es gibt halt keine Aternativen.

    Gottes Segen
    Jakob

    Sprechblase mit StiftDirekt auf diesen Beitrag antworten

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    pvm hat vor 194 Tagen (um 14:17 Uhr) geschrieben:

    Re: Trauer: Herr, dein Wille geschehe!?

    Auch mich bezogen will ich gestehen...
    "Dein Wille geschehe" erscheint mir wie der sogenannte Königsweg.

    Das Wissen um ihn ist vorhanden... die Richtung wird erkannt... ich vermag es nachzulesen... ich hole mir Trost aus Gottes Wort... verspüre die Korrektur... und doch ist oftmals (zu oft) der Eigenwille da. Die Bereitschaft, ja der Wille auf eigene Kraft zu bauen!

    Und wie kläglich endet(e) das oftmals... nur noch durch Erbarmen geglättet und bewahrt was sonst zur Katastrophe führen würde.

    Ein interessanter Artikel, wie ich meine:

    Sich für Gottes Willen zu entscheiden, bedeutet nicht die Leugnung des menschlichen freien Willens

    Paulus aber antwortete: »… ich bin bereit … in Jerusalem für den Namen des Herrn Jesus zu sterben.« Als er sich aber nicht überreden ließ, schwiegen wir und sprachen: Der Wille des Herrn geschehe! (Apostelgeschichte 21,13.14).
    Einmal stellte jemand die bedenkenswerte Frage: "Wenn wir beten: ›Nicht mein Wille geschehe, sondern der Deine!‹, verleugnen wir dann nicht unseren Willen, indem wir uns weigern, diese Kraft zur Entscheidung einzusetzen, die doch Teil unserer Gottesebenbildlichkeit ist?" Die Antwort ist ein schlichtes "Nein"; aber das Ganze bedarf weiterer Erklärungen.

    Kein absichtlich vollzogener Akt stellt die Freiheit des Willens in Frage.

    Wenn sich ein Mensch für den Willen Gottes entscheidet, verleugnet er nicht sein Wahlrecht, sondern er nimmt es wahr. Was er tut, bedeutet die Anerkennung, nicht gut genug zu sein, die beste Wahl zu treffen, noch fühlt er sich klug genug, danach zu handeln; und aus diesem Grund bittet er einen Anderen, der sowohl weise als auch gut ist, für ihn die Entscheidung zu treffen. Für den gefallenen Menschen ist dies der allerbeste Gebrauch, den er von seinem freien Willen machen kann!

    Tennyson erkannte das und schrieb etwa so über Christus: Du wahrer Mensch auf Gottes Thron gingst ganz gehorsam, heilig durch die Welt, damit mein Wille, Gottes Sohn, sich Deinem Willen freudig unterstellt.

    In diesen Worten liegt viel gesunde Belehrung - unser Wille soll sich, dem Vorbild Christi folgend, jetzt Seinem Willen unterstellen. Der wahre Heilige anerkennt, von Gott die Gabe der Freiheit erhalten zu haben. Er weiß, dass er nicht gewaltsam zum Gehorsam gezwungen wird, noch dass Gott ihn wie ein ungezogenes Kind durch Schmeicheln zum Tun Seines Willens bewegen möchte. Er weiß: Das wären Methoden, die sowohl Gottes als seiner eigenen Seele unwürdig sind!

    http://www.jesus.ch/index.php/D/article/0/4280

    So ist Gebet... anhaltend... der Weg dort hin. "Mach aus Sorgen ein Gebet"... so heißt es tröstlich.

    Gelobt sei der Name des Herrn.

    Sprechblase mit StiftDirekt auf diesen Beitrag antworten

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